kleine Motte

Was soll aus mir werden?

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So, wie immer kreisen die Gedanken:"Was soll aus mir werden???" Aarrgh...
Ich bin 38 Jahre alt, habe nichts gelernt, mein Studium liegt wegen meiner Erkrankung gerade flach, mein Job im Supermarkt ist nicht mein Traumjob und bringt mir gerade mal knapp 800,- € ein. Außerdem bin ich ja seit Mai eh' schon krank geschrieben, was Krankengeld bedeutet. Also, noch weniger Geld in der Kasse. Ich würd' so gerne was Neues beginnen, z.B. eine Lehre zur Buchhändlerin. Aber wer nimmt mich denn als Auszubildende? Ich hab' seit meiner Jugend immer wieder psychische Probleme und so sieht mein Lebenslauf auch aus, viel Platz für Interpretationen. Zu faul, zu krank??? Was wollen wir denn mit so einer Nulpe??? Aarrgh... Das alles kotzt mich so an! Ich sitz hier in meiner Angststarre und denk' schon mit Grauen an Hartz 4. Soll ich einen Versuch wagen? Aber wie erkläre ich meinen Lebenslauf? Stellt jemand überhaupt jemanden ein, der so alt ist und immer wieder psychische Probleme hat? Ich will in meinem Leben was ändern, aber ich weiß nicht wie und wo anfangen? Soll ich mein Studium der Kulturwissenschaften weitermachen und weiter in die Arbeitslosigkeit studieren? Man, was für eine Versagerin bin ich bloß?!? Ich weiß nicht weiter, steh' vor dem Mount Everest meines Lebens!

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Stichworte: beruf, zukunft
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Kommentare

  1. nastorseriessix -
    Avatar von nastorseriessix
    In meiner Stadt, Bielefeld, gibt es eine Institution namens Bethel, vielleicht schon bis zu dir bekannt. Das ist fast schon eine Stadt in der Stadt, wobei es eher als Ortsteil durchgehen würde. Dort bekommen Menschen die ANDERS sind, so nenne ich es mal, eine Chance trotz oder grade wegen ihrer Andersartigkeit einen Job auszuüben oder einen Beruf zu erlernen.

    War dort selber mal, zum schauen ob da was für mich dabei war. Da ich aber so anders als anders bin, war nichts für mich dabei. Ich kann mich mal bei den bestehenden und vorhandenen Kontakten erkundigen in wie weit Bethel und deren Partner in deiner Nähe so etwas anbieten. Sofern du magst. ;)

    Gelernt habe ich auch nichts, bin auch recht froh darüber. Denn so stehen mir alle Wege des Lebens und Welt offen und ich bin nicht schon in einer Spur eingefahren oder dergleichen. Das gilt wie gesagt nur für mich.
  2. kleine Motte -
    Avatar von kleine Motte
    Danke! Bethel kenn' ich aus Münster. Eine Freundin von mir wird oder wurde von denen betreut. Ich will es aber auf jeden Fall vorher noch mal über den ersten Arbeitsmarkt versuchen. Vielleicht hab' ich ja mal Glück und jemand traut sich mich einzustellen. Vielleicht führe ich auch mein Studium fort, denn eigentlich macht mir das sehr viel Spass. Aber ich glaub' ich muss jetzt erst einmal zu mir finden, um herauszufinden was ich wirklich will. Im Moment bin ich mir in allem nicht so sicher.
  3. nastorseriessix -
    Avatar von nastorseriessix
    Selbstfindung ist ein guter Weg, wenn auch gleich ein Weg der sehr viel Kraft kostet...
  4. Harzerin -
    Avatar von Harzerin
    Das kommt mir sowas von bekannt vor - als hätte ich das selbst geschrieben! Genau die gleiche Frage habe ich mir auch schon tausendmal gestellt und keine Antwort darauf gefunden. "Was soll bloß aus mir werden?" ist auch keine gute, d.h. positive Frage, sondern eine sorgenvolle, anklagende, wie sie eventuell von den Eltern übernommen wurde, eine sich selbst abwertende Frage.
    Bezüglich des Lebenslaufes geht es mir sehr ähnlich. Ich habe viele Sachen angefangen - darunter auch ein Studium - und kaum etwas abgeschlossen, d.h. ich habe mit Ach und Krach eine Ausbildung zur Bürokauffrau abgeschlossen. Aber es ist so, dass ich seit dem Abitur nichts wirklich auf die Reihe kriege und das mit mittlerweile 32 Jahren. Ich bin auch seit meinem 16. Lebensjahr immer wieder in psychologischer Behandlung gewesen, es hat mir aber nicht sehr viel gebracht. Wie soll es auch was bringen, wenn man nicht weiß, was man will oder wenn nichts klappt im Leben? Wenn man kein Ziel hat, das man erreichen will? Den letzten Wunsch bezüglich der Arbeit, den ich hatte, war dieser: ich wollte gerne als medizinische Schreibkraft arbeiten. Ich hätte dafür auch gerne eine Weiterbildung gemacht, aber das Arbeitsamt sagte, dass ich das mit meiner Schulbildung nicht bräuchte. Und dann hatte ich riesengroßes Glück: anstatt einer Weiterbildung habe ich gleich eine richtige Anstellung in dieser Branche bekommen! Ist das nicht unglaublich? Genauso unglaublich ist auch das, was danach passierte: ich habe diese Arbeit sechs Wochen lang gemacht und dann kam der Knall: es ging mir irgendwie nicht gut, die ganze Zeit nicht. Ich habe mich wirklich angestrengt und habe das auch schnell gelernt, die Mitarbeiter und Vorgesetzten waren zufrieden mit meiner Arbeit. Und doch ging es mir irgendwie gar nicht gut. Ich stand innerlich so unter einem Druck, schwer zu beschreiben, ich hatte das Gefühl, mit den Nerven am Ende zu sein, es hätte nichts dazu kommen dürfen, dann wäre ich geplatzt. Eine Kollegin hat dann mal das Gespräch auf mich gelenkt und auf meinen Zustand. Sie hat irgendwie mitbekommen, dass mit mir was nicht stimmte. Sie meinte, ich wäre in einem schlechten Zustand und könne mich über gar nichts freuen und nie mitlachen, wenn sie einen Scherz machten. Das hat mich dann noch mehr aufgeregt. Ich bin dann in Tränen ausgebrochen und konnte mich gar nicht mehr beruhigen, musste dann nachhause fahren und die Arbeit abbrechen. Mein Hausarzt hat mich dann für den Rest der Woche krankgeschrieben. Tja, und was war das Ende vom Lied? Ich habe sofort die Kündigung bekommen, nach drei Tagen Krankheit. Das ist jetzt genau zwei Wochen her. Und jetzt stehe ich wieder am Anfang oder bin am Ende - wie mans nimmt.
  5. Felia -
    Avatar von Felia
    Es ist doch schonmal ein ernormer großer Schritt das Du einem Job nachgegangen bist. Das zeigt das Du es möchtest. Auch wenn Du vielleicht gerade nicht kannst. Ich wurde dieses Jahr als voll Erwerbsunfähig eingestuft und bin Renterin und das mit 26 Jahren! Und trotzdem habe ich einen Job gefunden. Zwar nur auf 400€ Basis aber ich habe einen. Du darfst nicht aufgeben und musst Dir sagen das Du es schaffen kannst und dann schaffst Du es auch! Geh doch mal zum Arbeitsamt und lass Dich mal beraten. Die helfen Dir auch bei solchen Dingen!
    Viele Grüße Felia

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